Sandboarden im Tal des Todes

Am naechsten Morgen organisierte ich alles fuer die Weiterreise nach Bolivien in 2 Tagen. Da die Reiseagentur noch nie etwas von meinem Hostel gehoert hatte und auch nichts mit der Adresse anfangen konnte, wechselte ich in ein etwas bekannteres, zentraler gelegenes Hostel, das noch halbwegs erschwinglich war. Ich wollte kein Risiko eingehen, morgens um 5 Uhr vom Tourbus nicht abgeholt zu werden. So wechselte ich von meinem netten Einzelzimmer mit privatem Bad in einen 12-Mann-Schlafsaal. Dies stellte sich spaeter natuerlich als ein riesen Fehler heraus. Ich habe die Nacht kein Auge zu bekommen, da durchweg immer irgendjemand ins Bett ging, Sachen packte oder wieder aufstand – selbst nachts um 3Uhr! Mein Fazit: Nie wieder Schlafsaele!

Da ich in San Pedro bis zur Weiterreise noch etwas Zeit hatte, beschloss ich mir ein Mountainbike und Sandboard auszuleihen, um damit ins Valle del Muerte (Tal des Todes) zu radeln. Das Sandboard wurde mir mit einem alten Fahrradschlauch auf den Ruecken gebunden, dann bekam ich noch eine Karte in die Hand gedrueckt und los ging’s. Mit dem Bike kam ich allerdings nicht sonderlich weit – nach etwa 500m gab die Kette auf und drehte durch. Also fragte ich nach einem anderen Bike und bekam eins, dessen Gaenge nicht funktionierten. Da das Todestal laut Karte nur ca. 6km entfernt sein sollte, dachte ich mir, dass ein Gang auch reichen wuerde und fuhr los.

Allerdings hatte ich die extreme Hitze in der Atacama-Wueste und die Hoehe etwas unterschaetzt. Es gab wohl einen Grund, wieso das Tal „Todestal“ genannt wurde. 🙂 Das Tal war ungeschickterweise nicht gut ausgeschildert und es gab viele verschiedene Pisten in die Richtung. So suchte ich eine ganze Weile, bis ich den richtigen Pfad gefunden hatte. Der Weg wurde immer sandiger und ging stetig bergauf, so dass ich irgendwann aufgab und das Bike schob. 🙂 Ich war so fertig, dass ich nicht mal bis zu den grossen Duenen fuhr, sondern mich mit den kleinen Duenen am Anfang des Tales begnuegte.  Ich schnallte mir also das Sandboard unter die Schuhe und rutschte die Duenen damit runter. Wenn man nur nicht immer wieder das Board die Duenen hochschleppen muesste! 🙂 Ziemlich erschoepft kam ich abends in San Pedro wieder an. Die Tour war zwar sehr anstrengend gewesen, hat aber auch sehr viel Spass gemacht!

Sandboarden im Valle del Muerte, Chile

Sandboarden im Valle del Muerte, Chile