Von Lagunen, Flamingos und Salzseen

Früh morgens um 6 Uhr wurde ich aus San Pedro de Atacama von einem Jeep abgeholt und die 3-Tages Tour nach Uyuni, Bolivien, konnte beginnen. Erstes kleines Hindernis war der geschlossene Grenzübergang in der Nähe von San Pedro, den die Tourenveranstalter normalerweise für die Einreise nach Bolivien nehmen. Hintergrund war ein Streik der indigenen, lokalen Bevölkerung bezüglich der Verwendung der Nationalparkeintrittsgelder in ihrer Region. Wir mussten also einen recht großen Umweg fahren, um nach Bolivien einzureisen. Der Grenzübertritt selbst war dann sehr unspektakulär und ohne die Formalitäten für das Motorrad ging es auch extrem schnell.

An der Grenze wurden die Fahrzeuge gewechselt und wir fuhren mit bolivianischen Jeeps weiter Richtung Laguna Colorada. Das Wetter wurde leider immer schlechter, was allerdings zu erwarten war, da die Regenzeit in Bolivien gerade begonnen hat. Es schüttete fast den ganzen Tag wie aus Eimern und es war erstaunlich, dass die Jeeps in den Schlammpisten nicht stecken geblieben sind. Gegen Abend kamen wir dann an der Laguna Colorada an und blieben in einer einfachen Unterkunft nahe der Lagune. Interessant war, dass wir 18 Leute in der Reisegruppe waren, es jedoch nur 12 Betten gab. Der erste Lösungsansatz der Guides war, dass Paare und gute Freunde sich ein 90cm Bett teilen sollten (manchmal ist es gut alleine zu reisen 🙂 ). Nach großem Protest der Reisegruppe wurden aber – wie auch immer – die 6 fehlenden Betten aufgetrieben.

Am nächsten Morgen besichtigten wir dann die Laguna Colorada und hatten riesen Glück, dass die Wolkendecke für eine Stunde aufriss und so die intensiven Farben der Lagune und die tollen Spiegelungen der Wolken und Flamingos auf der Salzlagune zu sehen waren.

Im Dauerregen ging es danach weiter Richtung Norden und nach einer weiteren Nacht in einer sehr einfachen Unterkunft (aber diesmal immerhin mit Dusche) kamen wir bei kaltem, grauen Wetter in Uyuni am dritten Tag an. Wir luden das Gepäck in der Agentur in Uyuni ab und fuhren bei strömenden Regen auf den Salar de Uyuni, dem mit mehr als 10.000 Quadratkilometern größten Salzsee der Welt. Als wir auf dem Salzsee ankamen, liess der Regen langsam nach und nach etwa einer halben Stunde riss die Wolkendecke erneut auf und wir hatten super Wetter! Durch den Regen stand auf dem Salar etwa 5-10 cm hohes Wasser und die Wolken spiegelten sich auf der riesigen, glatten Wasseroberfläche. Sehr beeindruckend! Nach dem Mittagessen im Salzhotel auf dem Salar ging es zurück nach Uyuni.

Mit dem Jeep ueber den Salar de Uyuni

In Uyuni suchte ich mir ein einfaches Hostel und traf mich zum Abendessen mit Harry, den ich aus Antigua, Guatemala, kannte und der zufällig auch gerade in Uyuni unterwegs war.

 

Reisetipps

  • Beste Reisezeit: Der Saar de Uyuni kann ganzjährig besucht werden. Jedoch ist der Zugang während der Regenzeit nur teilweise möglich, da der Salzsee dann überschwemmt ist. Abhängig von den Wetterbedingungen ist auch die Tour zum Salzhotel während dieser Zeit nicht immer möglich. Die Trockenzeit ist von April und November und ist die beste Reisezeit.
  • Tour: Man kann den Salar de Uyuni mit eigenem Fahrzeug befahren oder alternativ eine Tour buchen. Bei der Fahrt im eigenen Fahrzeug macht es Sinn einen Kompass mitzuführen, um sich in dem Salzmeer nicht zu verfahren. Außerdem sollte man das Fahrzeug nach der Tour unbedingt komplett reinigen lassen, da sonst das Salz das Fahrzeug zerfrisst. Organisierte Touren kann man für wenig Geld von Uyuni in Bolivien oder San Petro de Atacama in Chile aus buchen.
  • Visa: Für deutsche Staatsbürger ist ein Visum für die Einreise in Bolivien notwendig. Bei Einreise per Flugzeug werden 90 Tage gewährt, bei Einreise auf dem Landweg unter Umständen nur 30Tage, die dann aber verlängert werden können. Genaue Infos zu den Einreiseformalitäten gibt es beim Auswärtigen Amt