Reisen und Minimalismus

Als ich vor 2 Jahren meine große Motorradtour startete, hatte ich meinen halben Hausstand mit dabei, wie man auf dem Bild oben gut sehen kann. 🙂 Ich wollte für alle Eventualitäten und Situationen ausgerüstet sein und führte daher alles mit – vom Reiseföhn, über Wäscheleine und -klammern bis hin zu sämtlichen Motorradersatzteilen. Mein Motorrad war so voll gepackt, dass man mich von hinten kaum noch auf dem Bike sehen konnte. Das ganze Gepäck wurde jedoch nach recht kurzer Zeit unterwegs zur echten Belastung. Nicht nur, dass sich das Motorrad auf unbefestigten Straßen bei der Lasten schlecht fuhr, sondern auch das tägliche Zusammenpacken und Abladen wurden zur echten Tortur. Daher reduzierte ich mein Gepäck über die Zeit mehr und mehr und erstaunlicherweise vermisste ich nichts. Ab und an benötigte ich zwar tatsächlich Ersatzteile für mein Bike, aber genau die benötigten Teile hatte ich natürlich eh nicht dabei gehabt und musste sie mir vor Ort besorgen.

Die letzten 4 Monate meiner Reise war ich dann als Backpacker ohne Motorrad unterwegs und reduzierte mein Gepäck auf den Inhalt eines 55L Rucksacks. Anfänglich platzte der Backpack fast aus allen Nähten, aber am Ende der Reise wog er nur noch 12kg. Mittlerweile bin ich fest davon überzeugt, dass auch ein 35L Rucksack dicke für die Südamerikatour gereicht hätte. Bei meiner nächsten Reise werde ich das mal ausprobieren und dann berichten. Dazu muss ich natürlich sagen, dass ich weder extreme Wanderungen gemacht hatte, noch in sehr kalten Gebieten unterwegs war.

Hier in Deutschland wieder angekommen, begann ich sofort wieder mit der Aufstockung meines Haushalts. Ich fühlte mich mit dem ganzen Krams um mich herum jedoch sehr unwohl. Irgendwie vermisste ich das befreite, minimalistische Leben aus dem Koffer. Die Sachen, die ich mir hier neu kaufte, haben mich nicht wirklich zufriedener gemacht, sondern vorwiegend mein Bankkonto belastet. Daher habe ich nun begonnen meinen Hausstand wieder zu entrümpeln und den Konsum einzuschränken, um ein wenig das befreite Gefühl, dass ich auf Reisen hatte, zurückzuerlangen.

Aus meiner Sicht hat es viele Vorteile wenig Dinge zu besitzen. Man muss sich nicht um die Wartung der Sachen kümmern, hat mehr Platz, mehr Zeit (statt Einkaufen gehen), mehr Geld und weniger Stress mit Rechnungen. Außerdem kann man sich besser auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben fokussieren. Für mich eine schöne Erkenntnis von der Reise.

Wer Interesse an dem Thema Minimalismus hat, dem kann ich den Block von Joshua Becker empfehlen: http://www.becomingminimalist.com/ Er gibt viele tolle Tipps rund um das Thema Minimalismus.