Irrweg durch den Dschungel

Als ich vor ein paar Monaten mit dem Motorrad mit einigen anderen Bikern hier in Taganga war, hatten wir beschlossen den Nationalpark „Tayrona“ nicht zu besuchen, da wir damals gerade von den San Blas Inseln gekommen sind und davon ausgegangen sind, dass uns der Tayronapark nach dem Besuch der paradiesischen Karibikinseln nicht mehr umwerfen kann. Da ich noch etwas Zeit hier in Taganga hatte, beschloss ich diesmal mir den Park anzuschauen.

Ich fuhr zusammen mit Anna am Donnerstag Morgen ueber Santa Marta nach Tayrona. Mein grosses Gepaeck liess ich in einem Hostel in Santa Marta und reiste nur mit einem kleinen Tagesrucksack weiter in den Nationalpark. Um zu den beruehmten Straenden zu kommen, mussten wir etwa 2h Stunden durch  tropischen Wald wandern. Das Klima war extrem feucht und heiss und so lief uns das Wasser auf der Wanderung nur so runter.

Wir wanderten bis zum Strand El Cabo San Juan, der wirklich sehr schoen war. Es gab viele kleine Buchten mit weissem Strandsand und Palmen. Hinter dem Strand begann direkt der Dschungel. Anna beschloss die Nacht am Strand zu verbringen, was die meisten Besucher hier machen. Da es jedoch nur Hangematten, Zelte oder sehr teure Huetten gab, beschloss ich noch am gleichen Tag wieder zurueck nach Santa Marta zu kehren. Nach der Lost City Tour hatte ich einfach keine Lust mehr auf schlechte hygienische Bedingungen und Uebernachtungen in Haengematten. Also machte ich mich alleine auf den langen Rueckweg durch den Dschungel.

Die erste Stunde auf dem Rueckweg war recht ereignislos und ich fand mich sehr gut zurecht. Dann kam ich allerdings – wie auch immer – vom richtigen Pfad ab und irrte ca 1,5 Stunden durch den Dschungel. Ich folgte irgendeinem schlammigen Pfad und war ziemlich verunsichert, ob ich richtig war, da es weder Wegweiser gab, noch andere Touristen zu sehen waren. Nach einer gefuehlten Ewigkeit kam ich dann am Parkeingang an und stellt fest, dass ich tatsaechlich eine ganz andere Route genommen hatte als auf dem Hinweg. Witzigerweise ist Anna am naechsten Tag genau das gleiche passiert. Auch sie irrte durch den Dschungel und musste sogar durch huefttiefes Wasser waten um halbwegs wieder auf den richtigen Pfad zu gelangen.

Tayrona Park in Kolumbien

Vom Parkeingang aus nahm ich einen Bus nach Santa Marta und liess dort fuer die naechsten  Tage die Seele am Pool baumeln. Am Samstag ging es  dann weiter nach Cartagena, da von hier aus demnaechst die Segeltour mit der Stahlratte nach Jamaika und Kuba starten wird. Hier in Cartagena bin ich wieder ins Amber Hostel gegangen, in dem auch schon Claudia und Werner sind, die ich bereits aus Feuerland kenne. Die beiden werden samt ihrer Motorraedern mit nach Kuba segeln.