Durchs Rila-Gebirge zum Weltkulturerbe

Angesichts des miesen Wetters beschlossen wir ohne große Umwege direkt von Ljubljana nach Belgrad zu fahren. Um die Autobahn-Maut in Slowenien zu umgehen, fuhren wir über Landstraße bis zur Grenze Serbiens. Von hier aus waren es noch ein paar hundert Kilometer bis Belgrad und es regnete immer noch in Strömen. Ich war bis auf die Socken nass und wollte nur noch ankommen. Wir bissen also in den sauren Apfel und nahmen für das letzte Stück die Autobahn.

Für Belgrad hatten wir ein Hostel vorgebucht, da wir ahnten, dass wir spät ankommen würden und uns die Suchaktion zur späten Stunde sparen wollten. Dummerweise gab es in dem Hostel keine sichere Parkmöglichkeit für unsere Motorräder und so mussten wir uns doch noch auf die Suche nach einer neuen Unterkunft begeben.

Die Hostels in Belgrad waren ein wenig ungewöhnlich. Es wurden häufig ganz normale, große Wohnungen in herkömmlichen Wohnkomplexen zu Hostels umgestaltet. In dem Hostel, in dem wir letztendlich geblieben sind, mussten wir z.B. in die vierte Etage gehen und dort bei einer speziellen Wohneinheit klingeln, um ins Hostel zu gelangen.

Den Abend verbrachten wir dann im Restaurantviertel im Belgrader Zentrum. Die serbische Küche ist enorm fleischlastig und so fiel mir als Vegetarier die Menüauswahl etwas schwerer. Aber auch die normalen Gerichte waren ungewöhnlich. Zum Beispiel bestand der servierte serbische Hamburger nur aus einer Fleischboulette ohne Brötchen und ohne Salatblatt oder Tomaten. Es war einfach ein Fleischklops auf einem nackten Teller.

Ich muss sagen, Serbien hat mich nun nicht unbedingt vom Hocker gerissen und so war ich nicht ganz traurig, dass wir so schnell weiter Richtung Bulgarien fuhren. Unser erster Halt in Bulgarien war Sofia, die Hauptstadt des Landes. Als nette Willkommensgeste durften wir, wie schon auf der Tour durch Südamerika, unsere Motorräder im Hostelgarten abstellen. Wir mussten zwar die Spiegel etwas zurückbiegen, um überhaupt durch die enge Eingangstür zu kommen, aber was macht man nicht alles für eine sichere Parkmöglichkeit.

Hostel in Sofia

Sofia machte auf mich einen sehr netten ersten Eindruck. In der Innenstadt hast du genügend Auswahl an Restaurants und Bars und die Sehenswürdigkeiten, wie z.B. eine antike Ausgrabungsstätte oder die Große Moschee gegenüber dem Präsidentensitz, sind in Laufweite.

In Sofia haben wir auch das erste mal von dem Rila-Kloster erfahren. Es wurde uns als schönstes Kloster Bulgariens beschrieben und so machten wir uns am nächsten Morgen auf den Weg dorthin.

Schon die Fahrt zum Kloster durch das Rila-Gebirge ist für Motorradfahrer genial. Die kleine Straße zum Kloster schlängelt sich über ca. 30km durch das Gebirge und endet an der von grünen Bergkuppen umgebenen Festung. Das Kloster wurde im 10. Jahrhundert von Iwan Rilski gegründet und musste nach einem Großbrand vor ca. 200 Jahren wieder neu aufgebaut werden. Besonders gut haben mir die idyllische Lage und die vielen farbenfrohen Wandmalereien der Steinbögen im Kloster gefallen. Es ist nicht verwunderlich, dass das Rila-Kloster zum Weltkulturerbe erklärt wurde.

Rila-Kloster im Rila-GebirgeRila-Kloster im Rila-GebirgeRila-Kloster im Rila-Gebirge

Warst du schon mal in Bulgarien? Was fandest du dort besonders sehenswert?