Isle of Skye und die nördlichen Highlands

Nachdem mich schon die Isle of Mull mit ihren vielen Single Track Roads sehr begeistert hatte, freute ich mich um so mehr auf die große Schwester Isle of Skye. Wie auch die Isle of Mull gehört die Skye zur Inselgruppe der Inneren Hybriden an der Westküste Schottlands.

Zur Überfahrt wird Motorradfahrern häufig die Fähre Kylerhea – Glenelg oder Mallaig – Ardvasar empfohlen. Allerdings streikten die Mitarbeiter der Fährgesellschaft in den letzten beiden Tagen, so dass keine Fähre fuhr und ich nur über die Skye Brücke auf die Insel kam. (Die Brücke auf dem Bild unten ist allerdings nicht die Skye Brücke, sondern eine kleine, alte Brücke bei Sligachan auf Skye.)

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Das Wetter war erwartungsgemäß miserabel. Es regnete den ganzen Tag und die Landschaft verbarg sich hinter tief hängenden Nebelschwaden und Wolken. Meine Handschuhe waren durchnässt und mir war kalt. Meine Laune näherte sich langsam dem Nullpunkt. Aber irgendwann sagte ich mir, dass es schlimmer kommen könnte. Es könnte z.B. aus Gießkannen regnen oder stürmen. Und so raffte ich mich am Nachmittag noch auf, den Scenic Drive zwischen Uig und Staffin zu fahren.

Trotz des Nieselregens war die Fahrt auf dieser einspurigen Bergstraße genial! Die Straße schlängelte sich durch karge, weite Landschaft und nur vereinzelt kamen mir andere Fahrzeuge entgegen. Vom höchsten Punkt des Passes aus, tat sich dann ein unglaublich beeindruckender Ausblick auf. Alleine für diese Aussicht hat sich der Besuch der Skye schon gelohnt.

Isle of Skye Isle of Skye

Abends habe ich mir ein B&B in Portree gesucht und den einen oder anderen Whisky im lokalen Pub getestet. Es war allerdings nicht ganz einfach noch ein freies Zimmer zu bekommen. Daher würde ich in der Hauptsaison empfehlen eine Unterkunft vorzubuchen.

Am nächsten Tag ging es für mich weiter Richtung Norden nach Ullapool. Das Highlight auf dieser Strecke ist die Passstraße nach Applecross. Auf dieser engen Bergstraße waren so einige Motorradfahrer unterwegs und so kam es, dass ich zwei schweizer Motorradfahrer wieder traf, die ich auf der Fähre nach New Castle bereits kennengelernt hatte. Wir kehrten zusammen in ein Café ein und fuhren dann die nächsten 1,5 Tage zusammen durch die Highlands – bevor sich unsere Wege bei Inverness wieder trennten.

Applecross Schottland

Auf der Strecke zwischen Tongue und Culrain – also ganz weit oben im einsamen Norden der Highlands – kam es dann, wie es kommen musste. Meine größte Befürchtung auf dieser ersten Reise alleine mit dem Motorrad war, dass mein Bike eine Panne irgendwo im Niemandsland hat. Auf der Single Track Road in den Highlands war es dann soweit. Mein Bike ging mitten in den Fahrt aus und sprang leider auch nicht mehr an. Glücklicherweise waren die beiden Schweizer noch mit mir unterwegs, was hier auf jeden Fall eine mentale Unterstützung war. Nach einigen erfolglosen Versuchen die Maschine wieder zum Laufen zu bekommen, sprang sie auf einmal wieder an – als wäre nix gewesen. Wir rätselten noch eine Weile woran es gelegen haben könnte, beschlossen aber keine weiteren Untersuchungen zu starten, da die Maschine schließlich wieder fuhr.

Das war ein ganz schöner Schreck! Erleichtert suchte ich mir schließlich ein B&B in der Nähe von Inverness und ließ den Abend ruhig ausklingen.