Gastfreundlichkeit in Santiago de Cuba

Vom Hafen aus nahm ich ein Taxi ins Zentrum von Santiago de Cuba. Da ich kein kubanisches Geld hatte, wechselte ich als erstes ein paar Euro in Peso Cubano Convertible in einer der vielen Cadeca’s (casas de cambio = Wechselstuben). Das Interessante ist, dass es in Kuba 2 Währungen gibt: den Peso Cubano für Einheimische und den Peso Cubano Convertible für Ausländer. Man kann allerdings die eine Währung beliebig in die andere Währung eintauschen – daher macht das ganze System für mich wenig Sinn. Ursprünglich war es aber sicherlich so gedacht, dass es unterschiedliche Preisniveaus für Kubaner und Ausländer geben sollte.

Nachdem ich etwas Geld hatte, machte ich mich auf die Suche nach einer Unterkunft. Ich hatte gehört, dass man in Kuba sehr gut in kleinen Familienpensionen übernachten kann – den sogenannten Casas Particulares. Die Casas hatten an der Eingangstür alle ein blaues Zeichen, so dass die Unterkünfte sehr einfach zu finden waren. Ich fragte also bei einer Familie im Zentrum nach einem Zimmer und wurde gleich sehr herzlich mit Kaffee und Kuchen willkommen geheissen. Das Zimmer hat mir auch sehr gut gefallen und so beschloss ich die nächsten 2 Tage dort zu bleiben.

Nachdem ich meine Sachen im Zimmer abgelegt hatte, schlenderte ich noch etwas durch die Innenstadt von Santiago de Cuba und stieß zufällig auf Catalina und Paul, die wie ich mit der Stahlratte nach Kuba gekommen sind. Kurze Zeit später trafen wir noch Gene und Neda und verbrachten alle zusammen den Abend in einem netten Restaurant. Dort tranken wir auch unseren ersten kubanischen Mojito und probierten 10 jährigen Rum – sehr lecker!!!

Mit Gene, Neda, Katalina und Paul in Santiago de CubaAm nächsten Tag setzte ich meine Stadtbesichtigung weiter fort und besonders die vielen kleinen Gassen und typisch kubanischen Bars gefielen mir sehr gut. Am Abend lud mich meine Gastfamilie dann zum Cuba Libre trinken auf die Terrasse ein. Wir saßen alle in hölzernen Schaukelstühlen und schlürften zu netter Salsa-Musik die Drinks. Ich erfuhr sehr viel über die Revolution in Kuba in den 50er Jahren und wie das kommunistische System das Land verändert hat. Da meine Gastfamilie so nett war, fand ich es etwas schade, dass ich schon für den nächsten Tag einen Bus nach Baracoa an die Ostküste gebucht hatte. Aber ich beschloss auf dem Rückweg nochmal eine Nacht in Santiago de Cuba zu verbringen.

Santiago de Cuba

Bus fahren ist in Kuba super einfach… Die grösste Busgesellschaft heisst Viazul und verbindet alle grösseren Städte in Kuba miteinander. Die Busse sind mit Klimaanlage und WC ausgestattet – also recht modern. Falls man Bus fahren nicht mag, kann man auch für fast den gleichen Preis in einem Sammeltaxi reisen. Ich wollte als erstes die Busverbindung austesten und fuhr am nächsten Morgen die 5 Stunden über Gauntànamo nach Baracoa mit dem Bus.

In Baracoa wurde ich von einer Familie abgeholt, die mir die Familie in Santiago de Cuba empfohlen hatte. Die neue Familie wohnte sehr zentral am Marktplatz und das Besondere an deren Haus war die grosse Dachterrasse, von der man einen tollen Blick über die Stadt und auf’s Meer hatte. Baracoa ist eigentlich bekannt für seine schönen Strände. Da sich die Strände jedoch einige Kilometer ausserhalb befanden und auch nicht sehr gepflegt waren, machte ich es mir einen Großteil meiner Zeit in Baracoa auf der Terrasse gemütlich und las auf meinem Kindle.

Baracoa, Kuba

Nach 3 relaxten Tagen in Baracoa fuhr ich wieder nach Santiago de Cuba zurück und verbrachte dort nochmal einen netten Abend mit der Familie, die ich schon vor ein paar Tagen kennengelernt hatte. Höhepunkt des Abends war sicherlich der Besuch einer kubanische Tanzshow.

Nach Abschied von „meiner“ Familie fuhr ich am nächsten Morgen weiter nach Holguin, um dort Melanie, eine gute Freundin, vom Flughafen abzuholen.