Osterausfahrt zur goldenen Stadt

Endlich wieder „on the road“! Die Wetterprognose für das lange Osterwochenende war relativ schlecht, was mich jedoch nicht von meiner geplanten Motorradtour über Krems nach Prag abhielt. Wie heißt es doch so schön: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Klamotten“. Also packte ich die dicke Regenkombi ein und machte mich auf den Weg. Glücklicherweise hat es der Wettergott Petrus aber gut mit mir gemeint und mich mit herrlich sonnigen Motorradfahr-Wetter gesegnet. 🙂

Meine erste Etappe ging über München nach Krems und von dort aus am nächsten Tag weiter nach Prag. Unterwegs hielten wir in der idyllischen Kleinstadt Cesky Krumlov an, die mich sehr positiv überraschte. Die Stadt liegt am Ufer der Moldau, die sich durch die Stadt schlängelt und inmitten der Altstadt eine Schleife bildet. Die vielen alten Häuser und Türme wurden aufwendig restauriert und an jeder Ecke befinden sich kleine Restaurants und Cafés. Die Stadt ist wirklich super schön und es hat mich nicht gewundert, dass sie als UNESCO-Weltkulturerbe aufgeführt wird. Einzig die Heerscharen von Touristen haben mich ein wenig gestört, aber was soll man sich beschweren, wenn man selbst als Tourist unterwegs ist. 🙂

Cesky Krumlov in Tschechien

Nach dem Zwischenstop in Cesky Krumlov fuhren wir über kleine Landstraßen weiter nach Prag und kamen erst bei Dunkelheit an. Die Suche nach einer Unterkunft an dem Osterwochenende gestaltete sich enorm schwierig. Im Zentrum war es komplett aussichtslos eine Bleibe zu finden und auch die Hostels in den Außenbezirken waren komplett ausgebucht. So fuhren wir immer weiter auf’s Land hinaus, um nach einem Dach über dem Kopf zu suchen. Die kleinen Pensionen in den Dörfern hatten jedoch aufgrund der Osterfeierlichkeiten fast alle geschlossen. Ich hatte schon überlegt noch nachts die 500km wieder zurück nach hause zu fahren, als wir dann doch noch ein Bed & Breakfast gefunden hatten. Ich kann also nur jedem empfehlen sich rechtzeitig um eine Unterkunft zu kümmern, wenn man über Ostern Prag besuchen möchte.

Am nächsten Tag besichtigten wir die wunderschöne Prager Altstadt. Prag liegt am Ufer der Moldau, die mitten durch die Stadt fließt. Die Karlsbrücke ist sicherlich eines der Highlight der Stadt, aber auch die Prager Burg und die astronomische Uhr sind absolut sehenswert. Einen besonders schönen Blick über die Stadt hat man von dem Aussichtspunkt Petřínská rozhledna. Da Prag auch als goldene Stadt bekannt ist, habe ich erwartet, dass man auf viele vergoldete Turmspitzen schauen kann. Dem war jedoch nicht so. Der Name „goldenen Stadt“ scheint aus der Zeit Karl des IV zurückzugehen, der aus Prag eine „fürstliche Metropole“ also „goldene Stadt“ machen wollte. Dies ist ihm auch gelungen!

Blick vom Rathaus auf die Prager Altstadt

Am Ostermontag machten wir uns auf den langen Rückweg in die Heimat. Zum Frühstück haben uns jedoch unsere Vermieter noch so einiges über die tschechischen Osterbräuche erzählt. Wie in Deutschland werden auch in Tschechien Ostereier und Schokolade versteckt und die Kinder müssen die Süßigkeiten suchen. Außerdem gehen die Männer durchs Dorf und „verhauen“ mit geflochtenen Weidenzweigen ihre Frauen. Das ist natürlich nur ein Spiel und mir wurde versichert, dass die Frauen das ganz toll finden, da sie dadurch Frische und Lebenskraft bekommen. Als Dank bekommen die Männer selbstgebrannten Schnaps und die kleinen Jungs Ostereier und Schokolade. Auf der Rückfahrt haben wir überall auf den Dörfern die Kinder mit geflochtenen Weidenzweigen durch die Strassen ziehen gesehen 🙂